Beiträge von Hummel

    Wie schon einmal erwähnt,

    gibt es in einigen Bundesländern noch die Möglichkeit einer pauschalierten Entschädigung bzw. Therapie.


    ⚠️⚠️⚠️ ‼️ACHTUNG ‼️ ich weiß natürlich nicht wie lange! ⚠️⚠️⚠️

    Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.



    Hier die jeweiligen Anlaufstellen dazu:



    Unabhängige Opferschutzstelle der NÖ Landesregierung

    Amt der niederösterreichischen Landesregierung

    Unabhängige Opferschutzstelle

    Rennbahnstraße 29, Tor zum Landhaus, Stiege B, 6. Stock 3109 St. Pölten

    E-Mail: post.gs7@noel.gv.at

    Tel: 02742/9005-16537

    Fax: 02742/9005-16120

    Entschädigung bis 12/16; seit 1/17 Entschädigungen bis EUR 5.000,- + Sachleistungen und Psychotherapie Entschädigungen für alle Einrichtungen u. Pflegefamilien, die von NÖ Jugendwohlfahrt beschickt wurden.




    Burgenland Kinder- und Jugendanwaltschaft

    Kinder- und Jugendanwalt Europaplatz 1 7000 Eisenstadt

    E-Mail: post.jugendanwalt@bgld.gv.at

    Tel: 057-600/2808

    Anlaufstelle bei der kija; Entschädigungen noch möglich;

    Entschädigungen für Einrichtungen und Pflegefamilien im Burgenland




    Kärnten Kinder- und Jugendanwaltschaft

    Kinder- und Jugendanwaltschaft Kärnten

    Völkermarkter Ring 31 9020 Klagenfurt am Wörthersee

    E-Mail: kija@ktn.gv.at

    Tel: 050 - 536 – 57132

    Entschädigungen bis 30.6.2015 Beratung und Kostenübernahme für Psychotherapie noch möglich




    Kärnten Kinder- und Jugendanwaltschaft

    Kinder- und Jugendanwaltschaft Kärnten

    Völkermarkter Ring 31 9020 Klagenfurt am Wörthersee

    E-Mail: kija@ktn.gv.at

    Tel: 050 - 536 – 57132

    Entschädigungen bis 30.6.2015 Beratung und Kostenübernahme für Psychotherapie noch möglich




    Steiermark Gewaltschutzzentrum

    Clearingstelle des Landes Steiermark - Gewaltschutzzentrum

    Granatengasse 4/2. Stock 8020 Graz

    E-Mail: office@gewaltschutzzentrum.at

    Tel: 0316/774199

    Entschädigungen ab 7/17 wieder möglich; Entschädigungen für alle Einrichtungen und

    Pflegefamilien in der Steiermark




    Oberösterreich Kinder- und Jugendanwaltschaft unabhängige Opferschutzstelle

    Amt der oberösterreichischen Landesregierung

    Direktion Präsidium Kinder- und Jugendanwaltschaft

    Kärntnerstraße 10 4021 Linz

    E-Mail: kija@ooe.gv.at

    Tel: 0732/7720 – 14 001

    Entschädigungen nur für OÖ Landesjugendheime




    Salzburg LReg – Abt. Kinder- und Jugendhilfe

    Salzburger Landesregierung

    Abteilung Soziales – Kinder- und Jugendhilfe

    zHd Frau Verena

    Enzinger Postfach 527 : 5010 Salzburg

    E-Mail: soziales@salzburg.gv.at

    Tel: 0662 8042 – 3579

    Entschädigungen weiter möglich; Entschädigungen für Einrichtungen u. Pflegefamilien, die von der Salzburger Jugendwohlfahrt beschickt wurden.




    Opferschutzstelle der Stadt Innsbruck Büro des Magistratsdirektors:

    Stadtmagistrat Innsbruck

    Büro des Magistratsdirektors

    Maria-Theresia-Straße 18 6010 Innsbruck

    E-Mail: kontakt@innsbruck.gv.at

    Kinderheim Mariahilf,

    Kinderheim Pechegarten,

    Jugendheim Westendorf-Holzham




    Kinder- und Jugendanwaltschaft Tirol

    Anlaufstelle für Opferschutz des Landes Tirol

    Meraner Straße 5 6020 Innsbruck

    E-Mail: opferschutz@tirol.gv.at

    Tel: 0512 508 3795

    Entschädigungen noch möglich; Entschädigungen nur für Tiroler Landesjugendheime




    Vorarlberg Kinder- und Jugendanwaltschaft

    Opferschutzstelle des Landes Vorarlberg

    Schießstätte 12 6800 Feldkirch,

    E-Mail: opferschutz@vorarlberg.at

    Tel: 05522 84900

    Entschädigungen noch möglich; alle Einrichtungen u. Pflegefamilien in Vorarlberg




    Unabhängige Opferschutzstelle Wien - beauftragt durch die katholischen Kirche Österreichs (Bischofskonferenz)

    Unabhängige Opferschutzanwaltschaft

    Bösendorferstr. 4/18 1010 Wien

    office@opfer-schutz.at

    Tel: 0664 / 980 78 17

    Entschädigungen noch möglich




    SOS Kinderdorf Österreich

    SOS-Kinderdorf

    Stafflerstraße 10a 6020 Innsbruck

    Tel: 0512/5918-201

    Entschädigung und Kostenübernahme Psychotherapie möglich




















    ⚠️⚠️⚠️ ‼️ACHTUNG ‼️ ich weiß natürlich nicht wie lange! ⚠️⚠️⚠️

    Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

    Wer das Pensionsalter noch nicht erreicht hat bzw. noch keine Pensionsleistung bezieht, kann von der zuständigen Pensionsversicherung bzw. der Rentenkommission der Volksanwaltschaft in Hinkunft vorab feststellen lassen, ob er anspruchsberechtigt ist. In der Vergangenheit abgelehnte Anträge, die nach der neuen Rechtslage erfolgversprechend erscheinen, sollen amtswegig neu entschieden werden.



    📣 ACHTUNG 📣
    Wir treffen uns im
    *Gasthaus zu Alm*
    Innstrasse 16
    1200 Wien

    Beginn:17:45



    Zur Info, bitte schaut am Tag des Treffen`s nochmal nach ob die Sitzung auch tatsächlich ist, es kann nämlich sein, dass wegen Krankheit abgesagt wird


    ACHTUNG ! diese Treffen sind NUR für ehemalige Heimkinder.

    Alle anderen Besucher müssen mit uns über das >>> Kontaktformular <<< in Verbindung treten und uns begründen, warum sie bei diesem Treffen dabei sein wollen.



    Nur mit Anmeldung! Entweder hier über die Webseite, oder über den Link von >>>Facebook <<<


    Der Psychiater Thomas Wenzel über systematische Grausamkeit, ihre körperlichen und seelischen Folgen - und die Wirkung von Folter auf die Täter.



    INTERVIEW: MARTIN STAUDINGER

    profil: Sie betreuen seit 30 Jahren Folteropfer. Hat sich in dieser Zeit etwas geändert - an den Methoden der Folterer, an ihren Motiven, an der Art und Weise, wie Folter in der internationalen Gemeinschaft gesehen wird?

    Wenzel: Lange Zeit gab es den internationalen Konsens, Folter zu ächten. In den vergangenen drei bis fünf Jahren hat dieser Konsens jedoch an Klarheit verloren, einige Länder sind davon abgegangen - denken wir nur an Guantánamo. Auch das Verbot, jemanden nicht in ein Land zurückzuschicken, in dem ihm Folter droht, wird aufgeweicht, infrage gestellt oder nicht mehr ernst genommen. Tendenziell kann man vielleicht sagen, dass es in einigen Ländern den Versuch gibt, Folter zu verbergen - etwa durch raffinierte psychologische Techniken.


    profil: Was kann man sich darunter vorstellen?

    Wenzel: Das hat eine lange Tradition. Es beginnt bei Bizarrheiten wie der noch vom KGB entwickelten Methode, permanent Stimmen hinter der Wand eines Zimmers abzuspielen, bis man glaubt, verrückt zu werden. Oder vorzutäuschen, dass im Nebenzimmer dein bester Freund gefoltert wird - und zu behaupten, dass er nur da ist, weil du ihn im Verhör vor ein paar Tagen unter Folter verraten hast.

    profil: Es gab ja auch Fälle, in denen Psychologen an der Entwicklung derartiger Techniken beteiligt waren.

    Wenzel: Die American Psychological Association war einige Zeit lang relativ offen, ihren Mitglieder zu gestatten, bei der Entwicklung psychologischer Foltermethoden zu helfen. Erst nach einer heftigen Debatte wurde den Psychologen vor Augen geführt, dass das nicht geht. Der Weltverband für Psychiatrie verbietet seinen Mitgliedern inzwischen, bei Verhören jedweder Art oder beratend bei der Entwicklung von Verhörtechniken mitzuwirken. Auch Ärzte sind in Gefahr, zu Mittätern zu werden, wogegen der Weltärzteverband klar Stellung bezogen hat. Mitarbeit bei Folter heißt hier schon, Folgen zu verschweigen oder zu minimieren, was beispielsweise oft auch im Asylverfahren geschieht. Aufgabe des Arztes ist, zu dokumentieren und Anzeige zu erstatten, dafür gibt es einen UN-Standard, das "Istanbul Protokoll".


    Zitat


    Ich glaube, eine so systematische Strategie in der Entwicklung von Foltertechniken wie in Amerika hat es in Westeuropa nie gegeben, wenn man einmal von der DDR absieht.



    profil: War die Ära Bush in dieser Hinsicht ein Sündenfall der westlichen Welt?

    Wenzel: Ich glaube, das war immer schon da. Die CIA hatte da nie Skrupel - und nicht nur sie.

    profil: Auch europäische Geheimdienste?

    Wenzel: Ich glaube, eine so systematische Strategie in der Entwicklung von Foltertechniken wie in Amerika hat es in Westeuropa nie gegeben, wenn man einmal von der DDR absieht. Der Sündenfall lag eher darin, anderen auf eigenem Territorium das Foltern zu erlauben.

    profil: Sie reden von den "Black Sites", den Foltergefängnissen der USA, die es auch in EU-Ländern gegeben hat.

    Wenzel: Genau - um von Daten zu profitieren, die dabei gewonnen wurden.

    profil: Aber es ist doch klar, dass man unter Folter keine verlässlichen Ergebnisse bekommt.

    Wenzel: Das Risiko, irgendeinen Blödsinn zu hören, ist relativ hoch - nicht in jedem Fall, aber insgesamt so, dass Folter nicht sinnvoll ist.

    profil: Warum wird dann immer noch gefoltert?

    Wenzel: Foltersituationen sind unterschiedlich und zielen auf Unterschiedliches ab. Das Ziel kann darin bestehen, ein Geständnis oder Informationen zu erpressen. Folter kann aber auch dazu eingesetzt werden, um im Sinne eines Regimes Persönlichkeiten zu zerstören. Die Betroffenen sollen danach nicht mehr normal funktionieren, sich nichts mehr zutrauen, keine kritischen Staatsbürger mehr sein und als abschreckendes Beispiel für andere dienen. In anderen Ländern kümmert sich das Regime nicht im Mindesten um Geheimhaltung oder sorgt sogar dafür, dass Folterungen bekannt werden, um Schrecken zu verbreiten. Schließlich gibt es auch Folter als Geschäftszweig: In Syrien werden Menschen entführt und gequält, um von ihnen Lösegeldzahlungen zu erpressen. Ich kenne aber auch glaubwürdige Schilderungen von Flüchtlingen, die angeben, das sei ihnen in Osteuropa durch die Polizei passiert.

    profil: Wird heute mehr gefoltert als früher?

    Wenzel: Schwer zu sagen. Die meisten Länder haben nie zuverlässige Statistiken darüber geführt. Tendenziell scheint es so zu sein, dass Folter immer wieder zurückgedrängt wird und, etwa mit einem neuen Regime, wiederkommt.

    profil: Gibt es kulturelle Unterschiede darin, wie gefoltert wird?

    Wenzel: Ja. Im Nahen Osten beispielsweise ist die Praxis der Falanga oder Falaka sehr verbreitet: Schläge auf die Fußsohlen. Früher hieß das Bastonade. Es ist extrem schmerzhaft, die Füße schwellen an, manchmal werden die Menschen auch noch gezwungen, über Glasscherben oder Ähnliches zu gehen, damit sich die Wunden entzünden, sodass alles aufplatzt. Karl May beschrieb das schon: Er schilderte Hadschi Halef Omar in einem seiner Bücher als Fachmann für Falanga.

    profil: Können die Opfer je wieder richtig gehen?

    Wenzel: Sie haben oft lebenslang Schmerzen, und zwar nicht nur in den Füßen und den Unterschenkeln. Weil der Fuß beim Gehen nicht mehr richtig abfedert, kommt es zu einer erhöhten Belastung der Wirbelsäule, was wiederum Rückenschmerzen auslösen kann.


    Zitat


    Je schwerer die psychische und körperliche Belastung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man gar nicht so widerstandsfähig sein kann, um danach nicht ein Leben lang zu leiden.



    profil: Und die psychischen Folgen?

    Wenzel: Wir wissen aus der modernen neuropsychiatrischen Forschung, dass jeder psychologische Prozess einen körperlichen Spiegelprozess hat. Wenn wir etwas sehr intensiv erleben, schwingt der ganze Körper mit, das Autoimmunsystem, das Dopaminsystem und so weiter. Wenn wir psychisch leiden, sind wir immer auch körperlich betroffen. Umgekehrt wirkt es sich psychisch aus, wenn wir körperlich etwas spüren. Typisch bei Folteropfern ist etwa, dass sie fast immer schwerste Schlafstörungen haben. Sie haben Angst einzuschlafen, weil sie sich im Dunkeln wehrlos fühlen und fürchten, dass die Träume zurückkommen. Wir wissen, dass Schlafstörungen allgemein zu einer Verkürzung der Lebenszeit um bis zu zehn Jahren führen können.

    profil: Was spielt sich da psychologisch ab?

    Wenzel: Eine posttraumatische Belastungsstörung ist eine Kampf-Flucht-Reaktion - das gilt auch für die Erfahrung von Folter. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Nehmen wir an, ich wurde von einem Tiger angegriffen. Da ich fürchte, dass er wiederkommen könnte, bin ich dauernd auf dem Sprung und denke immer wieder darüber nach, was in dieser Situation geschehen ist. Im Kern ist das ein neurobiologischer Prozess, der durchaus sinnvoll erscheint, um Strategien zu entwickeln, die mir helfen, wenn der Tiger tatsächlich wiederkommen sollte. Bei Folter wird dieser Prozess aber so quälend, dass er nicht mehr hilft, sondern krank macht. Andere Folgen wie irrationale Selbstvorwürfe oder Schamgefühle sind vielschichtiger.

    profil: Kann man Folter eigentlich überleben, wenn man sie durchlitten hat?

    Wenzel: Wenn jemand auf einer Polizeistation inhaftiert und dort ein paar Mal geschlagen wurde, gilt das juristisch als Folter, muss aber nicht immer wesentliche Folgen haben. Wenn jemand aber Jahre oder Jahrzehnte in einem Konzentrationslager eingesperrt ist und dort täglich gefoltert wird, hat das klarerweise immer Langzeitfolgen. Es gilt ein altes Prinzip, das Leo Eitinger, ein Psychiater, der selbst KZ-Überlebender war, einmal so formulierte: Wenn man mit einem Fahrrad durch die Wiese fährt, sind ein paar Halme platt - wenn der Bagger kommt, alle. Je schwerer die psychische und körperliche Belastung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man gar nicht so widerstandsfähig sein kann, um danach nicht ein Leben lang zu leiden.

    profil: Gibt es Charakterzüge, die es leichter machen, mit den Folgen von Folter zurechtzukommen?

    Wenzel: Es gibt Faktoren, die schützen etwas besser, etwa eine klare religiöse oder weltanschauliche Verankerung. Auch Humor kann manchmal helfen. Und es gibt individuelle Strategien. Viktor Frankl hat beispielsweise das KZ überlebt, indem er sich sagte: Ich bin Wissenschafter, das ist meine Identität. Sogar die größten Verrücktheiten kann ich verarbeiten, indem ich sie als wissenschaftliche Studie beschreibe.

    profil: Die meisten Menschen sind aber keine Viktor Frankls.

    Wenzel: Richtig. Und wenn die Folter schwer genug ist, ist es unmöglich, nicht davon betroffen zu sein. Zudem sind die Folgen bis in die zweite oder gar dritte Generation spürbar, das wissen wir aus den KZ-Forschungsprojekten. Die Familie leidet indirekt mit, Kinder entwickeln beispielsweise plötzlich Symptome einer Traumafolgestörung, weil die Eltern selbst eine unbewältigte Traumafolgestörung haben.

    profil: Wie genau überträgt sich das auf die Kinder?

    Wenzel: Es dürfte über verschiedene Mechanismen gehen, wir vermuten, dass es auch epigenetische Faktoren gibt.


    Zitat


    Kinder sind meistens besonders schwer traumatisiert.



    profil: Das heißt?

    Wenzel: Dass die Traumatisierung weitergereicht wird, weil sich das Gensystem durch den Stress ändert. Hauptsächlich ist es aber ein psychologischer Prozess, der etwa dadurch ausgelöst wird, dass Kinder die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung ihrer Eltern nicht deuten können und sich daher schuld daran fühlen, dass ihr Vater und ihre Mutter schon bei Kleinigkeiten quasi explodieren. Es kann aber auch daran liegen, dass Eltern, die sich eine Zeit lang an die verrückte Umgebung eines Foltergefängnisses angepasst haben, nicht mehr ganz normal reagieren und daher auch nicht mehr ganz normal auf ihre Kinder eingehen können - und die Kinder diese Erfahrung als Syndrom mit sich herumtragen.

    profil: Und Kinder, die selbst von Folter betroffen sind?

    Wenzel: Kinder sind meistens besonders schwer traumatisiert. Dafür, wie sich das Trauma auswirkt, ist nicht nur das Alter wichtig, sondern auch die Frage, ob sie wieder von der Familie und der Gesellschaft aufgefangen werden oder auf sich allein gestellt sind - weil sie ohne ihre Eltern flüchten müssen oder weil sie von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

    profil: Welche Therapien gibt es für Folteropfer?

    Wenzel: Wichtig ist ein interdisziplinäres Vorgehen. Medikamente können helfen, die Schlafstörungen zu bekämpfen, die so typisch für Folteropfer sind. Hat man diese im Griff, ist es möglich, dass man wieder funktioniert und die Erinnerungen in den Griff bekommen kann. Das muss aber nicht sein. Psychotherapiezentren wie Hemayat, Omega, oder Welcome bieten spezifische traumafokussierte Therapien, die hilfreich sein können. In traditionellen Gesellschaften gibt es teilweise auch Rituale, die bei der Verarbeitung helfen. In Ruanda beispielsweise arbeitete nach dem Völkermord von 1994 die gesamte Gesellschaft zusammen, um Versöhnung und Gerechtigkeit herzustellen. Wir nehmen inzwischen auch an, dass solche Prozesse, die innerhalb einer Gesellschaft funktionieren, mindestens so wichtig sind wie Psychotherapie.

    profil: Was die Opfer des Krieges in Syrien betrifft, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Peiniger irgendwann vor Gericht sehen und somit Gerechtigkeit erfahren, gering. Was sagt man ihnen?

    Wenzel: Da wäre ich nicht ganz so pessimistisch. Inzwischen wissen wir, dass Gerechtigkeit durchaus möglich ist. Diktatoren halten sich nicht ewig, manchmal fallen sie schneller als erwartet. Wir dürfen die "universal jurisdiction" nicht vergessen, also das Weltrechtsprinzip, das es erlaubt, Verbrechen zu verfolgen, die nach dem Völkerrecht strafbar sind, auch wenn sie anderswo und nicht von eigenen Staatsbürgern begangen wurden - und nicht zuletzt die Möglichkeit, Täter vor internationale Gerichtshöfe und ähnliche Institutionen zu stellen.

    profil: Zerstört Folter auch den Folterer?

    Wenzel: Es gibt sehr unterschiedliche Folterer: diejenigen, die gefühlskalt und desinteressiert einfach ihren Job machen. Die leiden dann auch nicht besonders. Es gibt aus der Nazizeit viele Täterstudien, die das sogenannte Doubling beschreiben - das Umschalten zwischen zwei Persönlichkeiten. Nachdem man gefoltert hat, geht man nach Hause, um mit den Kindern oder dem Hund zu spielen. Das dürfte ganz gut funktioniert haben. Aber andere leiden sehr wohl massiv darunter.

    profil: Lässt sich abschätzen, wie groß der Anteil der Täter ist, die Schuldgefühle haben?

    Wenzel: Dazu gibt es wenige Daten, weil die Täter selten in Therapie kommen. Aber diejenigen, die das als Soldaten machen müssen und wenig Chancen haben, sich dagegen zur Wehr zu setzen, leiden durchaus darunter. Ich habe in Buenos Aires junge Patientinnen mit schweren Essstörungen gesehen, die alle eines gemeinsam hatten: Ihre Eltern waren zur Zeit der argentinischen Militärdiktatur Folterer gewesen. Nicht nur bei Opfern, auch bei Tätern wirkt die Folter in diesem Sinn bis tief in die Familien hinein.




    *

    Lesen Sie in der aktuellen profil-Ausgabe, wie die Staatsanwaltschaft Wien ein Ermittlungsverfahren gegen hochrangige Mitglieder es syrischen Regimes eingeleitet hat.

    Thomas Wenzel, 58, ist a. o. Universitätsprofessor für Psychiatrie an der Medizinischen Universität Wien und betreut seit drei Jahrzehnten Folter- und Traumaopfer. Er hat die wissenschaftliche Sektion der World Psychiatric Association, die sich mit den psychologischen Aspekte von Folter und Verfolgung befasst, ebenso mitbegründet wie den Verein Hemayat und das Welcome Centre for Refugees. Bei Bildungs-und Forschungsprojekten arbeitet er eng mit Unhcr und Unicef zusammen. Dem Centre for the Enforcement of Human Rights International (Cehri), von dem die Strafanzeigen gegen die Täter des Assad-Regimes eingebracht wurden, steht er als medizinischer Berater zur Verfügung.


    Profil.at

    Bild sebastianreich.com


    Wenn der Rechtsstaat zur Farce wird
    von Ortwin Rosner 23. November 2018, 09:00

    In unseren Gerichtssälen geschehen jeden Tag die absurdesten Dinge, die einen am Rechtsstaat zweifeln lassen. Die Öffentlichkeit erfährt viel zu wenig davon.

    Stellen Sie sich vor, Sie führen einen Prozess und tun dabei nichts anderes als für Ihre Interessen einzutreten, so wie das Ihnen in einem Rechtsstaat zusteht. Dennoch kommt dem Gerichtsgutachter Ihr Engagement auffällig vor – und aufgrund der bloßen Tatsache, dass Sie sich so vehement und hartnäckig für Ihr Recht einsetzen, schreibt er in seinen Befund "Begehrensneurose".

    Fortan sind Sie für das Gericht nicht mehr einfach jemand, der um sein gutes Recht kämpft – nein, Sie tun es aufgrund Ihrer "Begehrensneurose". Dies trägt eventuell dazu bei, dass der Fall ungünstig für Sie abgeschlossen wird. -

    Link: derstandard.at/2000091231352/Wenn-der-Rechtsstaat-zur-Farce-wird






    1200 Wien Innstrasse 16 Zeit:18h



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    Formularbeginn

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    Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat weitere Anstrengungen zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der Landeskirche angekündigt. "Wir müssen Verantwortung übernehmen, sorgfältige Aufarbeitung betreiben und das uns Mögliche tun, damit sexualisierte Gewalt und Grenzverletzungen dieser Art in unserer Kirche in Zukunft verhindert werden", sagte Bedford-Strohm am Montag bei der Herbstsynode in Garmisch-Partenkirchen.

    Die Synode will bei ihrer Tagung bis Donnerstag die Einrichtung einer Fachstelle beschließen, die sich um Aufarbeitung und Prävention kümmern soll. Schwerpunkt der Synode ist der Haushalt 2019. Zudem geht es um die Abschaffung des besonderen Kirchgelds und eine Reform kirchlicher Strukturen. Die Landessynode ist das oberste Entscheidungsorgan der Landeskirche mit rund 2,4 Millionen Gläubigen. Sie kommt zweimal im Jahr zusammen.

    Bei einer unabhängigen Kommission, die über finanzielle Leistungen in Anerkennung des Leids durch sexualisierte Gewalt entscheide, hätten sich bisher 25 Betroffene gemeldet, berichtete Bedford-Strohm. Sechs seien im Bereich der Kirche betroffen gewesen, 19 im Bereich der Diakonie. Rund 469.000 Euro seien ausgezahlt worden, etwa auch für Therapien oder juristische Unterstützung.

    Zudem hätten sich in der Ansprechstelle der Landeskirche bisher 87 Betroffene nach Missbrauch, sexuellen Belästigungen oder auch Mobbing gemeldet, sagte eine Mitarbeiterin. Darunter seien nicht nur Fälle von Missbrauch bei Kindern, sondern auch Übergriffe am Arbeitsplatz oder Fälle, in denen Amtsträger die Seelsorgesituation ausgenutzt hätten. Eine Gesamtstatistik liege bisher nicht vor. Der Landeskirchenrat habe beschlossen, eine wissenschaftliche Studie von außen zur Aufarbeitung in Auftrag zu geben. Die Landeskirche unterstütze einen Elf-Punkte-Plan, den die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Würzburg beschlossen hatte, sagte Bedford-Strohm, der auch EKD-Ratsvorsitzender ist.

    Die Synodalen wollen ferner die Abschaffung des besonderen Kirchgelds beschließen. Mehrere Redner betonten, bei der Abgabe gebe es erhebliche Akzeptanzprobleme, die "den Zugang zur Liebe Gottes" erschwerten. Die Abgabe betrifft Ehepaare mit gemeinsamer Steuererklärung, bei denen der Hauptverdiener nicht Mitglied der evangelischen Kirche ist. Damit werden letztlich Menschen aus ihrem Einkommen zur Kasse gebeten, die gar nicht der Kirche angehören. Mit der Abschaffung des besonderen Kirchgeldes wird die Kirche gut 13 Millionen Euro im Jahr weniger in der Kasse haben.

    Im Haushalt 2019 ist das bereits berücksichtigt. Der Haushalt umfasst Erträge von knapp 960 Millionen Euro und Aufwendungen von gut 935 Millionen Euro. Dank der guten Erträge im laufenden Jahr liegt den Synodalen ein Nachtragshaushalt für 2018 von 15 Millionen Euro vor. Die Gelder sollen den Kirchengemeinden, der Flüchtlingsarbeit und dem Pflegebereich der diakonischen Einrichtungen zugute kommen.

    Die 108 Synodalen wollen sich auch mit dem Reformkonzept "Profil und Konzentration" befassen, mit dem die Kirche das gemeinsame Erleben des Glaubens mehr an die Menschen herantragen will. Arbeitsgruppen hatten sich unter anderem damit befasst, wie die Kirche im digitalen Raum präsent sein soll, in sozialen Netzwerken oder mit Apps. "Die Gesellschaft hat sich verändert, auch in ihrem Zugang zur Kirche", sagte Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel. Es geht auch um eine engere Abstimmung kirchlicher Angebote in den Regionen. Dabei werde auch konfessionsübergreifend gedacht. "Die Vernetzung kann nicht an konfessionellen Grenzen enden", sagte Bedford-Strohm.

    (Quelle: rtl.de)

    Vatikanstadt, 26.11.2018 (KAP) Was kann, soll, muss herauskommen, wenn sich vom 21. bis 24. Februar 2019 die Spitzen sämtlicher Bischofskonferenzen, Leiter der vatikanischen Kurienbehörden und Spitzenvertreter der Orden im Vatikan treffen, um über Missbrauch in der Kirche zu sprechen? Über die Aufarbeitung solcher Verbrechen und ihre etwaige Vertuschung, aber auch über einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Kirche. Zu dem von Papst Franziskus im vergangenen September einberufenen Gipfeltreffen war bisher abseits des Datums wenig bekannt. Nun zeichnen sich erstmals Konturen des bislang einmaligen Projektes ab.


    So gab der Vatikan am Freitag bekannt, wer das Treffen wesentlich vorbereiten soll: einmal die Erzbischöfe von Chicago sowie Bombay, Kardinal Blase Cupich und Oswald Gracias; beide sind enge Vertraute von Franziskus. Hinzu kommen der Missbrauchs-Sonderermittler des Papstes, der maltesische Erzbischof Charles Scicluna, und der deutsche Psychologe Hans Zollner, Jesuit, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Universität Gregoriana sowie Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission. Diese ist an der Vorbereitung des Treffens der weltweiten Bischofskonferenz-Vorsitzenden ebenso beteiligt wie Opfer von Missbrauch.


    US-Kardinal Cupich kommt aus einer Bischofskonferenz, die einerseits gebeutelt ist von den Folgen ihres eigenen Versagens beim Umgang mit Missbrauch. Andererseits ist sie sehr weit, was Präventionsmaßnahmen betrifft, steht aber nun unter Druck, was die Aufarbeitung von Vertuschung betrifft. Der indische Kardinal Gracias hingegen weiß um die Bedeutung des Missbrauchsskandals, kommt aber auch aus einem Teil der Weltkirche und einer Kultur, in der ein offener Umgang mit Sexualität, Hierarchie und Kritik an Autoritäten noch ungewohnt ist. Solche kulturell-kirchlichen Ungleichheiten machen den für Februar geplanten offen-brüderlichen Austausch nicht einfacher.


    Maltas Erzbischof Scicluna war es, der im Frühjahr nach Chile reiste, mit einem über 2.000 Seiten starken Bericht zur Missbrauchskrise zurückkam und damit auch Papst Franziskus in dessen Einschätzung des Problems bekehrte. Zudem war Scicluna schon seit 2002 an der Glaubenskongregation tätig gewesen und befasste sich dort mit Fällen sexuellen Missbrauchs. Mitte November holte Franziskus ihn dorthin zurück, indem er ihn zum beigeordneten Sekretär der Kongregation ernannte.


    Der Jesuit Hans Zollner schließlich ist seit Jahren in der Weltkirche unterwegs, um über Kinderschutz und Missbrauch aufzuklären. So haben er und sein Team am Kinderschutzzentrum Fortbildungen entwickelt. Der ruhig-sachliche Bayer ist Kontaktperson des Vorbereitungskomitees. In einem Interview mit dem Portal "Vatican News" bezeichnete Zollner den Gipfel im Februar als "sehr wichtig" für die Kirche. An alle Teilnehmer werden Fragebögen verschickt. Dann wird eine Dokumentation erstellt. Die Debatte solle "möglichst frei und fruchtbar" sein, so Zollner.


    Das Treffen werde etwas von einer Synode haben, entsprechende Erfahrungen nutzen, sei aber keine Synode, erläuterte Scicluna in einem Gespräch mit dem katholischen US-Magazin "America". So soll es Plenarsitzungen geben, nach Sprachen geordnete Kleingruppen mit Arbeitsaufträgen, Anhörungen externer Fachleute sowie Betroffener. So wäre denkbar, dass Bischöfe, die sich bislang wenig oder gar nicht mit dem Thema befasst haben, Opfern von Missbrauch, deren Angehörigen, reuigen Tätern, Juristen und Psychologen zuhören müssen.


    Der Papst selber wolle an allen Arbeitssitzungen teilnehmen. Und da für ihn der Umgang mit Missbrauch auch eine geistliche Dimension hat, gehörten Gebet und Gottesdienst dazu. "Es wird einen Bußgottesdienst geben", betonte Scicluna, "und daran nehmen auch Opfer von Missbrauch teil."


    Um Details einer Reform des Kirchenrechts werde es im Februar eher nicht gehen, meinte Scicluna. Er erwartet aber "einen wichtigen Anstoß" für einen Prozess, "der tatsächlich zu einer Reform im Kirchenrecht führt". Schließlich sei der Gipfel im Februar der Anfang eines größeren und langfristigen Prozesses, der dann regional unterschiedlich weitergehen müsse.



    Liste Pilz/Kolba: Missstände bei Jugendwohlfahrt und Familiengerichten

    Nicht-kooperative Eltern sollen „besachwaltert“ werden

    Wien (OTS) - Die Nachrichten über Missstände im Bereich von Jugendämtern und Familiengerichten reißen nicht ab. Aus Oberösterreich sind uns zwei Fälle bekannt, wo in einem Fall der Vater und in einem anderen Fall die Mutter aufgrund von Anzeigen der Jugendhilfeträger von Gerichten zum Psychiater geschickt werden um nach dem Erwachsenenschutzgesetz zu prüfen, ob – für Eingaben bei Gericht – eine gerichtliche Erwachsenenvertretung (früher: Sachwalter) zu bestellen wäre.


    „Es hat den Anschein, dass Jugendämter, die sich von den Eingaben von betroffenen Eltern genervt sehen, diese beim Gericht anzeigen und eine Bestellung eines Sachwalters anregen. Es ist gewiss, dass es Fälle gibt, wo die Gerichte das willig vollziehen,“ sagt Peter Kolba, Leiter des Teams BürgerInnenrechte der Liste Pilz. „Der Psychiater wird vorgegeben, man erhält eine Vorladung mit dem Beisatz, dass man auch zwangsweise vorgeführt werden könne bzw. bei Nichterscheinen einfach ein Aktengutachten erstellt werde. Der Höhepunkt ist ein Gerichtsbeschluss, durch den die Betroffenen auch keine Vertrauensperson zur Untersuchung mitnehmen dürfen.“

    Die Bundesregierung plant, die Kinder- und Jugendhilfe zu Verländern. Es soll keine Rahmengesetze durch den Bund mehr geben und schon gar nicht eine auch von der Volksanwaltschaft geforderte bundesweite Anlauf- und Kontrollstelle.

    „Die Regierung will sich eines höchst virulenten Problems entledigen. Doch damit werden die Bedingungen in den Ländern noch unterschiedlicher und willkürlicher,“ warnt Kolba.

    „Wir brauchen bundeseinheitliche Vorgaben zur Gewaltprävention, zur näheren Definition des „Kindeswohles“ und zur Aufsicht über die Einrichtungen. Mein Appell an den Nationalrat: Stimmen Sie dieser Kompetenzverschiebung keinesfalls zu, wenn ihnen das Wohl von Kindern am Herzen liegt*, schließt Kolba.

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    Quelle: ots.at